Eisernes Buch

„Das Eiserne Buch der Stadt Bad Kreuznach 1917-2017. 100 Jahre Zeitgeschichte“ lautet der Titel einer zweibändigen Publikation, die Ende Oktober auf dem Buchmarkt erschienen ist. Sie besteht aus einem Faksimileband des Eisernen Buches und einem Band mit reich bebilderten Aufsätzen, Interviews und biografischen Skizzen.

 

           

In 26 Beiträgen nähern sich Autorinnen und Autoren mit unterschiedlichen Fragestellungen dem ehemaligen Gästebuch der Stadt Bad Kreuznach. Die Autografensammlung diente als Grundlage, die Geschichte und die Geschichten rund um die Einträge herauszuarbeiten. Einen Schwerpunkt bilden die Ausführungen über das Große Hauptquartier (GHQ), das sich seit Februar 1917 in Kreuznach befand. Eduard Tratzky vermittelt in biografischen Skizzen zu Erich Ludendorff, Paul von Hindenburg und Kaiser Wilhelm II. einen Eindruck von den bekanntesten handelnden Personen vor Ort. Horst Silbermann stellt die Audienz des Apostolischen Nuntius Pacelli (dem späteren Papst Pius XII.) bei Kaiser Wilhelm II. vor und Jörn Kobes macht sich Gedanken über die Kreuznacher Kriegsziel-Konferenzen des Jahres 1917. Franziska Blum-Gabelmann und Stefan Kühlen stellen in ihren Beiträgen die Kriegsehrenbücher von Kreuznach und Bad Münster am Stein vor, wobei Blum-Gabelmann die kunst- und kulturhistorische Bedeutung des Eisernen Buches von Kreuznach herausarbeitet. Rainer Goldt wechselt in seinem Aufsatz die Perspektive der Betrachtung und untersucht Kreuznach und seine Bewohner in der Wahrnehmung des Großen Hauptquartiers. Joachim Hennig und Martin Senner beschäftigten sich  mit Ereignissen während der Zeit des Nationalsozialismus; Hennig mit Hitlers Reichsinnenminister Dr. Wilhelm Frick, der 1936 das Ehrenbürgerrecht der Stadt verliehen bekam, und Martin Senner mit dem Besuch der „Alten Garde“ in Bad Kreuznach 1938 sowie dem Internationalen Weinbaukongress 1939. Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschten friedlichere, versöhnliche Zeiten. Das vermitteln die Beiträge von Thomas Sante, der prominente Kurgäste der Nachkriegszeit vorstellt, die im Kurhaus abgestiegen sind, und von Martin Senner, der sich mit einer spektakulären Nachkriegsaffäre beschäftigt, sowie von Rolf Schaller und Hansjörg Rehbein, die auf die bedeutende Begegnung von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle 1958 eingehen. Das Thema der deutsch-französischen Aussöhnung hat Marita Peil mit ihrem Beitrag in den Blick genommen und stellt ein besonderes Zeichen der Erinnerungskultur darin vor. Michael Vesper geht auf den Besuch Mustafa Kemals (des künftigen Atatürk) im GHQ und seine Nachwirkungen ein, die von durchaus politischer Brisanz sind. Unter verschiedenen Aspekten berichten Dieter Gronbach und Harald Gebhardt über die Entstehungs- und Verleihungsgeschichte der Ehrenmedaille der Stadt, und Inge Rossbach, Rosemarie Schitteck sowie Hans Jöckel  erinnern sich als Ehrenmedaillenträger aus persönlicher Sicht an Verleihung und Ehrung, wobei Hansjörg Rehbein auch Nikolaus Blättermann würdigt. Peter Trautmann beschreibt, wie er Seiten des Eisernen Buches künstlerisch gestaltete und welche Erfahrungen er dabei machte. Interviews mit den Städtepartnern Neuruppin und Bourg-en-Bresse, insbesondere die Gespräche mit Frau Gußmann und Herr Bülow aus Neuruppin, erlauben interessante Einblicke in die Städtepartnerschaften. Das Grußwort der jetzigen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ein Bericht von Prof. Bernhard Vogel, des ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz, verweisen auf die Bedeutung des Gästebuches bis heute.

Die zweibändige Publikation (Faksimile und Beitragsband) bietet einen interessanten Einblick in die Bad Kreuznacher Stadtgeschichte. Das Faksimile des Eisernen Buches ermöglicht jedem Leser anhand der Autografen auf Entdeckungsreise zu gehen. Die Autorenbeiträge sind informativ, wissenschaftlich fundiert und bieten einen interessanten Zugang aus ganz verschiedenen, auch persönlichen Blickwinkeln. Das zweibändige Werk ist für 30 € in der Bürgerinfo im Stadthaus, der Buchhandlung Leseratte, der GUT, bei Optiker Wagner, der Heimatwissenschaftlichen Zentralbibliothek und der Stadtbibliothek zu erwerben. Am 24.11. und 25.11. sind die Bücher auch auf dem Nikolausmarkt, neben dem Haupteingang bzw. im Zelt, käuflich zu erwerben.


Redebeiträge zur Buchvorstellung

⇒ Rede Franziska Blum-Gabelmann

⇒ Rede Jörn Kobes
⇒ Rede Werner Fuchs

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⇒ Mitschnitt Kriegshauptquartier
Audio-Datei zum Anhören

 
 
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Projekt Stadtfotograf