Vortragsreihe: 200 Jahre Kur in Bad Kreuznach - Doktorarbeit über Karl Aschoff

Foto: Museumsleiter Marco van Bel hält in den Händen ein Glaspokal aus 1845, der für die Trinkkur verwendet wurde.  "200 Jahre Kur" ist ein wesentlicher Bestandteil der Doktorarbeit von Apotheker Dr. Stefan Drosse über Karl Aschoff. Die Vortragsreihe izur Kurgeschichte stellte GuT-Geschäftsführer Dr.Michael Vesper mit Marco van Bel vor.

Vor 200 Jahren, im März 1817, kam der junge Arzt Dr. Johann Erhard Peter Prieger nach Kreuznach, ließ sich hier als Mediziner nieder und begann schon nach wenigen Monaten die Sole des Salinentales, die bis dahin nur der Salzgewinnung diente, für therapeutische Zwecke zu nutzen. Bis zu seinem Tod im Jahr 1863 widmete sich Prieger dem Auf- und Ausbau des Heilbades.

 

Im Jubiläumsjahr legt nun der Bad Kreuznacher Apotheker Dr. Stefan Drosse ein neues Grundlagenwerk vor, dass die Geschichte der Kur aus pharmazie- und medizingeschichtlicher Sicht von den Anfängen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts neu erzählt. Die Studie „Der Apotheker Karl Aschoff (1867-1945) und die Anfänge der Radiobalneologie“ ist als Dissertation in der Reihe „Quellen und Studien zur Geschichte der Pharmazie“ erschienen. Die Arbeit zur Erlangung des Doktorgrades wurde von Prof. Dr. Christoph Friedrich vom Lehrstuhl für Pharmaziegeschichte an der Universität Marburg betreut.
Die Arbeit leistet mehr als der Titel erwarten lässt: Sie stellt bereits die historischen Voraussetzungen der Badekuren seit der Antike dar und erzählt auch umfassend die Entwicklung der Kur in Kreuznach vor der Entwicklung der Radontherapie. Mit einer umfassenden Auswertung von Quellen, unter anderem auch des Stadtarchives, schildert Drosse vor allem wie naturwissenschaftliche Kenntnisse die Entwicklung der Kur beeinflussten und zu deren Erfolg beitrugen. Waren es zu Priegers Zeiten die Entdeckungen der chemischen Element Jod und Brom, so war es bei Aschoff die epochalen Forschungen zur Radioaktivität vor 1900, die direkt in therapeutische Konzepte umgesetzt wurden. Die Kombination von Heilwasser, Mutterlauge und Radon ging in die Kurgeschichte als Kreuznacher Verfahren ein.

Wissenschaftliche Werke werden nur von Spezialisten zur Kenntnis genommen. Daher möchten die GuT, der Verein für Heimatkunde und das Schloßparkmuseum mit einer Vortragsreihe, die Forschungsergebnisse von Drosse einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen.

Die Reihe beginnt am Samstag, 25. März, 14.30 Uhr mit dem Vortrag im Haus des Gastes: 200 Jahre Heilbad Bad Kreuznach – Entwicklungslinien der Kurgeschichte. Es ist zugleich die Frühjahrstagung des Vereins für Heimatkunde.
Nach diesem Überblick stellen weitere Vorträge stellen spezielle Aspekte in den Mittelpunkt. Sie alle finden im Schloßparkmuseum statt:

Am Sonntag, 30. April, 15.00 Uhr erläutert Drosse den Aufstieg der Stadt „vom Salinenort zum Modebad des 19. Jahrhunderts.“

Am Sonntag, 11. Juni 15.00 Uhr schildert Drosse die stadtgeschichtliche Bedeutung der Kur: „Bad Kreuznach. Vom Salinenort zum Modebad des 19. Jahrhunderts“.

Am Sonntag, 24. September, 15.00 Uhr widmet sich der Vortrag „Der Apotheker Karl Aschoff. Familie, Beruf, Freimaurerei“ der Biographie des Pioniers der Radontherapie.

Am Sonntag, 19.11. 15.00 Uhr erzählt Drosse die Geschichte der „Radiumzeit in Bad Kreuznach. Geburtsstunde der Radiobalneologie“.

Die Tradition der Kur ist bis heute in Kreuznach lebendig. Am Samstag, 14. Oktober und am Sonntag, 15. Oktober stehen Gesundheitstage unter dem Motto: „Von der Kur zum Gesundheitszentrum – das Heilbad heute“.

Text: Dr. Michael Vesper


Anmerkungen zum Autor und zum Werk


Foto oben: Museumsleiter Marco van Bel hält in den Händen ein Glaspokal von 1845, der für die Trinkkur verwendet wurde.  "200 Jahre Kur" ist ein wesentlicher Bestandteil der Doktorarbeit von Apotheker Dr. Stefan Drosse über Karl Aschoff. Die Vortragsreihe zum Thema Kur stellte GuT-Geschäftsführer Dr. Michael Vesper mit Marco van Bel vor.


Titelblatt eines lesenswerten Nachschlagewerkes



Rechtzeitig zum Jubiläum „200 Jahre Kur in Bad Kreuznach“ sieht Dr. Johann Prieger frisch und verjüngt aus. Das von Carl Cauer aus Carrara-Marmor im Jahr 1867 geschaffene Denkmal an der Pauluskirche wurde vom Atelier Rebensburg im vergangenen Herbst restauriert, Nun wurden noch letzte Arbeiten am Sockel erledigt (auf dem Foto Kirsten Rebensburg). Jetzt ist wieder deutlich zu lesen, wer der Begründer des Helibades ist.