JUGEND STÄRKEN im Quartier

Für Jugendliche ist der Übergang von der Schule in die Ausbildung mitunter sehr schwer. Vor allem für Jugendliche aus schwierigen Familienverhältnissen droht dieser Beginn eines solch wichtigen und neuen Lebensabschnittes zu scheitern.

 

In den Stadtteilen Pariser Viertel und Am Tilgesbrunnen werden gezielt Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 26 Jahren unterstützt. Diese Arbeit wird im Rahmen des Förderprogramms „JUGEND STÄRKEN im Quartier“, durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Über soziale Arbeit sollen Hürden auf dem Weg zur Ausbildung und Arbeit überwunden und damit eine berufliche und soziale Integration ermöglicht werden.

Die Beratung im Pariser Viertel beinhaltet als Schwerpunkt die aufsuchende Jugendsozialarbeit.

Sie wendet sich an junge Menschen (30% der Anwohner/innen im Pariser Viertel sind unter 27 Jahre, 61 Prozent  der unter 27-Jährigen haben einen Migrationshintergrund), die von den üblichen Angeboten nicht erreicht werden.

In Bad Kreuznach sind davon oft Migranten betroffen, die Aufgaben in den familiären Betriebsstrukturen wahrnehmen, oder es handelt sich um Jugendliche, die durch persönliche Probleme beschäftigt sind und mit den Anforderungen der Berufswelt nicht zurechtkommen. Die aufsuchende Jugendsozialarbeit wird in Bad Kreuznach deshalb eng an die Institutionen vor Ort geknüpft.

Zum Beispiel erreicht der Kulturverein Alternative Jugendkultur e.V. zahlreiche potentielle Klienten, die teilweise im Verein Sozialstunden ableisten.

Deshalb wird für die Organisation und weiterführende Beratung der aufsuchenden Arbeit im Kulturzentrum des Vereins untergebracht. Die Positionierung im Quartier ermöglicht auch einen guten Zugang zur Moschee, den informellen Treffpunkten und städtischen Angeboten der offenen Jugendarbeit.

Die Mitglieder der Alternativen Jugendkultur setzen sich aus allen gesellschaftlichen Schichten zusammen. Die teilweise arbeitslosen Jugendlichen aus dem Pariser Viertel schaffen es in der ungezwungenen Atmosphäre des Vereins Verantwortung zu übernehmen und den selbstgestellten Aufgaben gerecht zu werden. Durch Besuche von Frank Schümann, dem Jugendsozialarbeiter im Verein, kann hier ein erster Kontakt geknüpft werden und mögliche Hilfen für die berufliche Integration können aufgezeigt werden. Daraus kann sich eine Vermittlung ins Case Management ergeben oder die Unterstützung wird durch den Jugendsozialarbeiter selbst und passende Vermittlung zu Beratungsstellen gegeben.

Andere wichtige Anlaufstellen im Pariser Viertel sind die Moschee, Jugendräume und die Sportvereine.

Auch die Vernetzung zum Quartiermanagement (QM) und zu den Stadtteilvereinen bringt die Jugendsozialarbeiter zu den Jugendlichen. Im Rahmen der Wohnumfeldverbesserung beschäftigt sich das QM mit Missständen, die Bewohner aufzeigen. Dabei handelt es sich oft um Probleme mit Müll, Lautstärke oder mutmaßlichem Drogenhandel im öffentlichen Raum. Durch die aufsuchende Jugendsozialarbeit können die Verursacher der Beschwerden besser erreicht werden und durch Beratung und Vermittlung in das gesellschaftliche Leben integriert werden.

Das Case Management bildet den Schwerpunkt in der Beratung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Stadtteil "Am Tilgesbrunnen" (28 Prozent der Anwohner/innen sind unter 27 Jahre, 61 Prozent der unter 27-Jährigen haben einen Migrationshintergrund).

Das Case Management ist ein auf längere Zeit angelegter, reflektierter Prozess, der den Jugendlichen einen gelungenen Übergang Schule-Beruf ermöglichen soll. Er wird mit dem jungen Menschen gemeinsam erarbeitet und bezieht alle relevanten Personen und Institutionen mit ein. Die teils komplexen Problematiken der Jugendlichen sollen mithilfe seiner/ihrer vorhandenen Ressourcen sowie der Unterstützung verschiedener Dienstleistungen bewältigt werden.

Grundlegend ist zu betonen, dass der/die Jugendliche selbst der Ausgangspunkt der Arbeit ist.

Selbstständigkeit und Selbstwirksamkeit sind wichtige Elemente, damit die Arbeit erfolgreich sein kann. Die klassischen Phasen des Case Managements werden von Frau Evelyn Irsigler und Frau Nelli Felsing, erfahrenen Sozialpädagoginnen des Internationalen Bunds, mit jedem Teilnehmer/in individuell durchlaufen.

Da in den betroffenen Quartieren der Anteil an Migranten hoch ist, wird besonderer Wert auf eine kultursensible Ansprache gelegt.

Die teils komplexen Problematiken der Jugendlichen sollen mithilfe seiner/ihrer vorhandenen Ressourcen sowie der Unterstützung verschiedener Dienstleistungen bewältigt werden.

1. Intake Phase: Erstkontakt

2. Assessment-Phase: Gemeinsam werden Ressourcen und Potentiale ermittelt, mögliche Unterstützer und Stolpersteine analysiert.

3. Hilfe- und Förderbedarf: Es wird ein Förderplan erstellt. Die Ziele werden mit den Jugendlichen regelmäßig überprüft und evtl. angepasst. Unterstützung bei der Umsetzung der Ziele gelingt durch die gute Vernetzung mit zahlreichen Kooperationspartnern (Schulen, Quartiersmanagement, Jobfux, Jugendamt, Sozialamt, Betriebe, etc.).

4. Monitoring-Phase: Das Case Management überprüft die geplanten Hilfen der Kooperationspartner und der Förderbedarf wird überprüft. Schließlich wird das Case Management evaluiert.

Teilnehmer/innen werden aus der aufsuchenden Jugendsozialarbeit in das Case Management vermittelt.

Weitere Teilnehmer ergeben sich aus der Vernetzung zur Stadtjugendförderung. Diese unterhält ein Jugend und Kooperationszentrum in unmittelbarer Nähe zu dem Quartier Pariser Viertel und einen Jugendraum im Stadtgebiet am Tilgesbrunnen.

Durch die offene Jugendarbeit besteht ein guter Kontakt zu möglichen Teilnehmern/innen. Auch Jugendverbände und Vereine spielen eine Rolle bei der bestehenden Jugendarbeit in den Quartieren.

Um Jugendliche für das Case Management zu gewinnen, baut der Internationale Bund mit Hilfe der Stadtjugendförderung die Kontakte zu den Vereinen aus. Ziel ist es im vertrauten Umfeld der bestehenden Angebote eine Vertrauensbasis zu schaffen, die dann die Überführung ins Case Management ermöglicht. Um langfristig den Werdegang der Jugendlichen zu verfolgen, sollen bei der Ausbildungssuche besonders Angebote der Kommune Berücksichtigung finden.

Bild: Förderer "Jugend stärken im Quartier"

 
 
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