Geburtstag groß gefeiert: 5 Jahre Haus der SeniorInnen

Foto: Udo Bausch, Ursula Reiche, Dr. Heike Kaster-Meurer und Dirk Basmer bei der Geburtstagsfeier des Hauses für SeniorInnen

Fünf Jahre Haus der SeniorInnen. Das wurde groß gefeiert. Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer und Sozialdezernent Udo Bausch bedankten sich bei den vielen Ehrenamtlichen, die für ein großes und abwechslungsreiches Angebot sorgten. Der Dank galt auch Ex-Bürgermeisterin Martina Hassel und dem ehemaligen Kämmerer Karl-Heinz Gilsdorf, Thomas Gutenberger und Grit Gigga (Stadtverwaltung) als Wegbereiter des Seniorenzentrums sowie Ursula Reiche, stellvertretend für den Seniorenbeirat, und Dirk Basmer, Ansprechpartner in der Stadtverwaltung.

 

Das Haus der SeniorInnen, Zentrum für Freizeit, Bildung und Beratung hat sich in den vergangenen fünf Jahren seit seiner Eröffnung am 21. Januar 2011 in der ehemaligen Mühle Thress zum eindrucksvollen Vorzeigeobjekt der Bad Kreuznacher Seniorenarbeit entwickelt.

„Wir sind sehr dankbar und stolz über das beispielgebende Engagement unserer Seniorinnen und Senioren, die dem Haus Lebendigkeit verleihen. Das Haus und seine Angebote sind ein wichtiges Element für die Seniorenfreundlichkeit unserer Stadt“, freut sich Sozialdezernent Udo Bausch.

Entwicklung

1994 richtet der erst drei Jahre zuvor gegründete Seniorenbeirat der Stadt die Seniorenbegegnungsstätte und das Seniorenbüro in den Räumen des Bäderhauses als „Seniorentreff“ ein. Nachdem diese Räumlichkeiten gekündigt werden und nicht mehr zur Verfügung stehen, findet der Seniorentreff im Asklepios-Kurstift Aufnahme und zieht danach ins Haus des Gastes um. Immer engagierte sich der Beirat aber für ein eigenes Haus.

Im September 2000 besichtigte der Seniorenbeirat erstmals den leer stehenden Gebäudeteil der Thress`schen Mühle, der gut erreichbar im zentralen Innenstadtbereich und in direkter Nachbarschaft zum städtischen Jugend- und Kooperationszentrum optimale Bedingungen bietet. Es sollte allerdings noch mehr als 10 Jahre dauern, bis das Gebäude als Haus der SeniorInnen - Zentrum für Freizeit, Bildung und Beratung eingeweiht werden konnte.

Dank eines Zuschusses i. H. v. 80 % aus dem Konjunkturprogramm II im Jahr 2009 konnte im Jahr 2010 die Stadt den Startschuss für den Baubeginn und Innenausbau des Seniorenhauses geben.

Konzepte für die Nutzung und Einrichtung der einzelnen Etagen des Hauses wurden vom Seniorenbeirat erarbeitet.

Nach einer grundlegenden Sanierung eröffnete das Haus am 21.01.2011.

Funktion

Das barrierefreie Haus ist ein Angebot von SeniorInnen für SeniorInnen, das Gelegenheit bietet, den 3. Lebensabschnitt aktiv zu gestalten. Es hält Beratungs- und Bildungsangebote bereit und ist Treffpunkt für Unterhaltung und Geselligkeit. Die Angebote des Hauses gestalten die Seniorinnen und Senioren in eigener Regie. Für jeden ist etwas dabei.

Man kann dort z.B. gemeinsam zu Mittag essen, Sprachen lernen, mit neuer Technik umgehen, Bücher lesen, tanzen, musizieren, sich zu einer vielfältigen Palette seniorenrelevanter Themen informieren, Vorträge besuchen und vieles mehr.

Seit 2011 ist außerdem die Ehrenamtsbörse im Haus der SeniorInnen angesiedelt. Schließlich bietet das Haus Raum für eine große Bandbreite ehrenamtlichen Engagements und neuer Ideen. Hierfür wird ständig Nachwuchs an engagierten SeniorInnen und Senioren benötigt.

Verwaltung

Die Stadt Bad Kreuznach übernimmt Gebäude- und Betriebskosten und stellt mit Dirk Basmer beim Sozialamt einen hauptamtlichen Ansprechpartner in der Verwaltung, der gleichzeitig für den Seniorenbeirat tätig ist. Er koordiniert die Angebote des Hauses und unterstützt die Ehrenamtlichen. Die Raumvergabe des Hauses erfolgt zentral vom Jugend- und Kooperationszentrum für beide Häuser in inhaltlicher Abstimmung mit dem Sozialamt. Für Senioren- und Selbsthilfegruppen sowie die Kooperationspartner des Seniorenbeirats ist die Raumnutzung kostenfrei. Andere Nutzungen, auch gewerblicher und privater Art, sind vorbehaltlich einer inhaltlichen Abstimmung gegen Miete möglich.

Ehrenamtliche

Das Leben im Haus wird unter Federführung des Seniorenbeirats der Stadt einzig und allein von Ehrenamtlichen mit Einsatz, Herz und vielen Ideen gestaltet. Für jedes Stockwerk gibt es einen Hauptverantwortlichen. Aktuell engagieren sich 31 Helferinnen und Helfer mit über 125 Stunden wöchentlich für die Angebote des Hauses. Ergänzend komplettieren Beratungs- und Bildungsangebote, wie etwa der Ehrenamtsbörse oder der Volkshochschule das 3-Säulen-Konzept von Freizeit, Bildung und Beratung. Aktuell umfasst das wöchentliche Programm rund 50 Stunden und wird von 250 – 300 Besuchern wahrgenommen.

Vorrangig engagieren sich die Ehrenamtlichen in Bereichen, für die sie Erfahrungen mitbringen und die ihnen Freude bereiten. Die positiven Rückmeldungen der Hausbesucher sind dabei ebenso Motivation wie die befriedigende Erfahrung des sinnstiftenden Einbringens eigener Talente und Kenntnisse.

Alle relevanten Fragen und Entscheidungen des Hauses werden im „Arbeitskreis Seniorenhaus“ besprochen, der aus den Stockwerksverantwortlichen, Mitgliedern des Seniorenbeirats, und hauptamtlich Beschäftigten der Stadtverwaltung besteht. Mit der inhaltlichen Ausrichtung des Hauses will der Arbeitskreis demonstrieren, wie sich Menschen jenseits der 60 selbstbestimmt mit ihrem Erfahrungsschatz, ihren Talenten und Fähigkeiten aktiv in das gesellschaftliche und politische Geschehen ihrer Kommune einbringen können. Zugleich will er der Isolation alleinlebender Seniorinnen und Senioren entgegenwirken und damit die Teilhabe des Einzelnen am gesellschaftlichen Leben stärken. Schließlich liegt dem Arbeitskreis auch die Förderung und Würdigung des ehrenamtlichen Engagements von Seniorinnen und Senioren am Herzen. Dieser Aspekt bestimmt entscheidend darüber, in wie weit auch künftig neue Menschen motiviert werden können, die Zukunft des Hauses durch ihr Engagement zu sichern.

Kooperationen und Unterstützer

Nicht zuletzt haben sich die Akteure durch ihre Arbeit ein tragfähiges Netzwerk von Kooperationen erarbeitet. Neben der Zusammenarbeit mit zahlreichen Beratungseinrichtungen und Institutionen der Seniorenarbeit finden regelmäßig Kooperationsprojekte mit Kindertagesstätten und Schulen, etwa mit dem Küchenteam oder dem Computertreff statt. Unterstützung erfährt das Haus darüber hinaus von Wirtschaftspartnern oder prominenten Multiplikatoren.

Angebote und Ausstattung

Im Haus der SeniorInnen finden das ganze Jahr über zahlreiche Einzelveranstaltungen nach Vorankündigung statt. Im Folgenden werden die Regelangebote beschrieben.

1. Etage: Information und Beratung

 Entsprechend ihrer Funktion ist die erste Etage mit Gesprächstischen, Arbeitsplätzen, Infoständern und –wänden, einer Teeküche sowie einem separaten Raum für vertrauliche Gespräche ausgestattet. Hier befinden sich auch die Toiletten des Hauses. Seit Anfang des Jahres steht für Notfälle unter anderem ein Defibrillator zur Verfügung, auf den alle Ehrenamtlichen im Rahmen einer Erste-Hilfe-Schulung zur Herz-Lungen-Wiederbelebung eingewiesen wurden.

Im ersten Stock des Hauses erhalten Senioren und Seniorinnen Informationen und Beratung. Die Senioreninformation ist die zentrale Anlauf- und Lotsenstelle für alle, die Information und Vermittlung zu allen Fragen des Älterwerdens und dem seniorenrelevanten Veranstaltungsangebot in Bad Kreuznach benötigen. Jeden Dienstag und Freitag, den betriebssamen Tagen des Wochenmarktes, können zwischen 10.00 und 12.00 Uhr Themen besprochen oder weiter führende Beratungsangebote vermittelt werden. Heike Peter und Manfred Hauffe vom Seniorenbeirat sowie Wolfgang Schultz sind Ansprechpartner.

Jeden zweiten Freitag im Monat sind parallel zu den Zeiten der Senioreninformation die Seniorensicherheitsberater der Stadt und des Landkreises Bad Kreuznach um Klaus Knoefel und Rolf Bühring vor Ort. Die Berater sind von der Polizei geschulte, ehrenamtlich tätige Seniorinnen und Senioren, welche zu sicherheitsrelevante Themen wie z.B. Trickbetrug informieren, über vorbeugende Maßnahmen aufklären, Verhaltenstipps geben und die Präventionsarbeit der Polizei im allgemeinen unterstützen

Montags von 15.00 bis18.00 Uhr und donnerstags von 09.00 – 13.00 Uhr ist die Ehrenamtsbörse hier erreichbar. Ulla Baumgärtner und Heinz Zingen informieren und beraten nicht nur zum Thema Ehrenamt, sondern führt auch Angebot und Nachfrage von ehrenamtlichen Tätigkeiten zusammen.

Am ersten Montag im Monat bietet von 17.30 bis 18.30 Uhr der Tauschring eine Infostunde an. Der Tauschring ist eine Interessengemeinschaft, die sich gegenseitig im Rahmen einer Nachbarschaftshilfe unterstützt. Bargeldlos und auf Zeitbasis werden Fähigkeiten, Talente, Wissen und Sachleistungen getauscht.

2. Etage: Veranstaltungsraum

Im Veranstaltungsraum können bequem 40 Personen mit Tischen und Stühlen Platz finden. Für Veranstaltungen kann auf Beamer und Leinwand sowie eine kleine Küchenzeile mit einer Grundausstattung an Geschirr, einer Spüle und einer Kaffeemaschine zurückgegriffen werden.

Einmal wöchentlich laden Emma Holderbaum, Hannelore Grimm und Hiltrud Weihrauch zum Seniorentreff des Seniorenbeirats der Stadt Bad Kreuznach ein. Jeden Montagnachmittag zwischen 14.30 Uhr und 16.30 Uhr wird bei Gebäck, Kaffee und anderen Getränken geplaudert, gespielt und gelacht. Neuigkeiten und Informationen werden ausgetauscht, ab und an auch einmal ein Gedicht vorgetragen oder zu einem Geburtstag gratuliert. Sportliche Abwechslung bringt eine Stuhlgymnastik. Höhepunkte im Jahresverlauf sind der Rosenmontag, Frühlings- und Herbstfest sowie der Sommerausflug und die Weihnachtsfeier.

Es ist schwer, dienstags und freitags zwischen 12 und 14 Uhr  noch einen Platz im zum Speisesaal gerichteten Veranstaltungsraum im Haus der SeniorInnen zu finden, wenn das Küchenteam um Alfred Schneider den Mittagstisch aufträgt. Es hat sich rumgesprochen, dass Seniorinnen und Senioren nicht nur ein schmackhaftes Drei-Gänge-Mittagessen aus frischen, regionalen Produkten, sondern auch Geselligkeit und Anschluss beim gemeinsamen Essen finden.

In diesem Raum treffen sich auch dienstags von 15.00 bis 16.30 Uhr der Chor der SenSingers unter Leitung von Birgit Ensminger-Busse, ist die Filmgruppe von Klaus Kahlstadt 14.00 bis 16.00 Uhr jeden 3. Mittwoch und die Rheumaliga von 15.00 bis 17.00 Uhr jeden 1. Mittwoch im Monat beheimatet, finden Volkshochschulkurse, Bastelnachmittage, alle Vortragsangebote, aber auch private Feiern nach Anmietung statt.

3. Etage: Küche

Im dritten Stock befindet sich mit der modernen und geräumigen Küche ein wahres Schmuckstück. Hell, freundlich und funktional bietet die Küche den idealen Einsatzort für das kreative Küchenteam. Hier entstehen die liebevollen Menüs für den Mittagstisch. Dank des Engagements von Alfred Schneider konnte die Einrichtung ständig ergänzt und optimiert werden.

Im Rahmen von Schulprojekten diente die Küche wiederholt schon für gemeinsame Kochaktionen von Jugendlichen und Senioren.

4. Etage: Bibliothek/Mehrzweckraum

 Der vierte Stock ist mit mehreren Computern, einer größeren Sitzecke, Moderationshilfen und der Bibliothek ausgestattet.

Die Bibliothek ist jeden Montag von 14.30 bis 16.00 Uhr und freitags von 14.00 – 17.00 Uhr geöffnet. Hier finden sich zahlreiche Bücher unterschiedlicher Genres. Die Seniorenbibliothek punktet auch mit einem bemerkenswerten Sortiment aktueller Literatur. Beliebt sind vor allem die 14-tägigen Lesungen, die freitags nach Vorankündigung vom Bibliotheksteam unter Leitung von Wolfgang Schultz angeboten werden. Hier kommen nicht nur Literaturliebhaber auf ihre Kosten, wenn beispielsweise Mundart oder Heiteres und Besinnliches auf dem Programm stehen.

Einer nur schwer zu bewältigenden Nachfrage sieht sich das Kursangebot „Treffpunkt Computer“ gegenüber. Aufgrund der vielen Anfragen wurde das kostenfreie Angebot erst kürzlich erweitert. In kleinen Gruppen bringen Gabriele und Bernhard Thorn sowie Djafar Dehghan den Seniorinnen und Senioren im weitgehend selbstbestimmten Tempo den Umgang mit dem PC und dem Internet nahe. Gleichberechtigt stehen gegenseitige Unterstützung, Austausch und Geselligkeit auf dem Programm. Das Angebot findet montags von 09.30 bis 13.30 Uhr und mittwochs von 09.30 bis 13.00 Uhr statt.

Jeden ersten Dienstag im Monat, 15.00 – 18.00 Uhr trifft sich der Spielkreis unter Leitung von Karin Barth.

Daneben finden im vierten Stock mehrere Volkshochschulkurse nach jeweiligem Kursangebot und die Treffen der Selbsthilfegruppen statt.

Seniorentanzgruppe im Veranstaltungsraum des benachbarten Jugendzentrums:

Die Tanzgruppe unter Leitung von Helga Wijesingha tanzt mit viel Freude jeden Montag von 17.00 bis 19.00 Uhr zu abwechslungsreicher Musik. Mit dem Mitmachangebot spricht die Tanzgruppe Menschen ab 50 an, die Spaß am Tanz in geselliger Gruppe haben und Tänze aus aller Welt erlernen möchten. Ein fester Tanzpartner ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen und einen Kurzfilm zum Haus der SeniorInnen gibt es auf den Internetseiten www.haus-der-seniorinnen.de. Kontakt: Dirk Basmer, Tel. 0671/800 251


Foto: Udo Bausch, Ursula Reiche, Dr. Heike Kaster-Meurer und Dirk Basmer bei der Geburtstagsfeier des Hauses für SeniorInnen

Foto: Die Sen-Singers haben unter der Leitung von Birgit Ensminger viel Spaß